Frau Pfarrerin Monika Kreutz

Pfarrerin Monika Kreutz
Telefon:

0177-7012931

Mail: monika.kreutz@ekhn.de

Auf ein Wort mit der Pfarrerin

 

 

 

Zeit, neu zu beginnen! (Iria Schärer)

Es ist Zeit neu zu beginnen 

ich will tanzen, ich will singen

und das Leben lädt mich ein

und mein Herz, es will sich weiten

freut sich auf die neuen Zeiten

und es stimmt in den Klang mit ein.

Ich danke dem Leben

Ich danke dem Licht

Ich danke der Liebe

und ich danke, daß es mich/Dich/uns gibt

und ich danke für die Musik.


Liebe Gemeinde!

Dieses Lied hat mich diesen Sommer begleitet, seit ich Iria Schärer in einem Live Konzert erlebt habe. Iria ist Psychologin, vor einigen Jahren in die Musikbranche gewechselt und seitdem schreibt sie „Lieder fürs Herz und aus dem Herzen“. Lieder, die berühren und das auf den Punkt bringen, was alle Menschen angeht und irgendwann jeden einmal betrifft. Zeit zu beginnen ist ein Lied mit spirituellen, reformatorischen und theologischen Aspekten. Jeder Mensch hat jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde die Möglichkeit, neu zu beginnen. Es ist gar nicht so schwer, man muss nur einfach mal die Perspektive, oder das Muster seines Lebens ändern, mal neue Schritte wagen, mal rechts statt links herum gehen, mal B statt A sagen. Das klingt so leicht und einfach und doch gibt es so viele Hindernisse, die uns davon abhalten einfach mal einen neuen Weg einzuschlagen. Alte, vertraute Muster behaften uns, oder auch unsere innen Stimmen:  „was könnten die anderen wohl über mich denken?“, „was ist, wenn ich mich blamiere, peinlich werde oder gar versage?“ Den vertrauten Wegen zu folgen gibt Sicherheit, Klarheit und Ordnung. Doch es schenkt keine Lebendigkeit, es macht nicht frei. Es vertieft die Lebenslinien Schritt um Schritt in den ausgetretenen Pfaden, wie die Furchen auf einem alten Acker. Doch manchmal kommen Menschen an einen Punkt an dem sie merken: so geht es nicht weiter. Das tut mir nicht gut. Hier ist ein Stoppschild. Krankheiten bahnen sich an, Menschen verabschieden sich, Träume liegen jahrelang brach und verwirklichen sich nicht. „Kehr um“- ruft uns da der Jesus der Bibel entgegen. Damit meint er nicht, „geh wieder zurück“ in dein vertrautes Leben. Umkehr ist nicht Rückkehr. Vielmehr ist hier eine Sinnesänderung gemeint. Ändere mal Deine Richtung, nimm Dein Leben mal aus einer anderen Perspektive wahr, öffne Dich für das Leben mit all seinen Facetten, vertraue Deinen Sinnen und beginne neu zu hören, zu riechen, zu fühlen zu schmecken… Lass alte Gewohnheiten hinter Dir und richte Dich neu aus. Kaum zu glauben, dass dies möglich ist. Und es ist auch nicht einfach. Doch es ist uns nicht weniger versprochen als der Himmel Gottes, der hier bereits beginnt. Diejenigen, die mit Jesus umhergezogen sind haben damals alles hinter sich gelassen, ihre Heimat, Familie, Beruf, vertraute Tagesabläufe, bekanntes Leben. So stark waren sie von diesem Jesus von Nazareth und seinem freien Leben, seiner Haltung, seinen Worten und Taten angezogen, dass sie alles hinter sich ließen und mit ihm gingen. „Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück ist nicht geschaffen für das Reich Gottes“, soll er einmal gesagt haben. Das klingt hart und dennoch sind die Menschen ihm in Scharen gefolgt. Sie haben gespürt und verstanden, dass ihr Leben, so wie es bis dahin abgelaufen war ihnen nicht den Himmel erschlossen hat, ja das sie innerlich erstarrt, fast tot waren. Jesus hat in ihnen eine neue Begeisterung entfacht.

Letzte Woche haben wir das Pfingstfest gefeiert, das große Fest der erneuernden Kraft des heiligen Geistes. Die Kraft der Begeisterung. Diese Kraft ist es, die uns zur Lebendigkeit führt, die neue Ideen entfacht, die unsere Kreativität hervorkitzelt und neu denken lehrt. Göttliche Geistkraft ermutigt Menschen sich politisch zu engagieren, ihre Stimme zu heben für das, was ihnen wichtig ist, mitzubauen an einer Erneuerung der Gesellschaft und der Kirche. Menschen werden befähigt ihre eigene Meinung zu bilden und weigern sich, sich an das zu halten, was ihnen von oben vorgegeben ist. Pfingsten das ist der Anfang eines neuen Wagnisses, hier weht ein neuer Wind.

Es ist Zeit, neu zu beginnen. Vielleicht auch mal Zeit auf andere mit neuen Augen zu schauen. Wie oft legen wir Menschen auf ein Bild fest, haben uns mal eine Meinung über sie gebildet, die dann in Stein gemeißelt erscheint. Wir bekommen gar nicht mehr mit, wenn jemand sich verändert, umdenkt, umkehrt, sich erneuert. Neu beginnen, umkehren, diese Möglichkeit sollten wir auch immer für andere offen halten und jedem die Chance geben sich zu verändern. Jesus  sagt zu den Schriftgelehrten die die Ehebrecherin verurteilen wollen: greift Euch an die eigene Nase, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! Dem Menschen, der sich an Geld haftet, rät er: verkauf alles, was Du hast, wenn es das ist, was Dich vom Reich Gottes und einem freien Leben trennt. Der Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, sagt er: besser Dich, sündige nicht mehr, befreie Dich von Altlasten. Schau, das Reich Gottes liegt vor Dir, nicht hinter Dir, ergreife es, nimm es wahr, lass Dich erneuern! Gott legt uns nicht fest, dass wir so sein müssen, wie wir immer waren. Gott streckt immer wieder neu die Hand der Vergebung aus. Gott schenkt uns jeden Tag die Möglichkeit umzukehren, zu ihm zurückzukehren, wie der Sohn, der in der Fremde sein Glück versucht und verspielt und schließlich wieder von den liebenden Armen seines Vaters aufgenommen wird.


Als Kirche der Reformation sind wir protestantischen Christen immer wieder dabei uns zu reformieren und reformatorische Prozesse zu erkennen und zu unterstützten. Nicht, weil alles was neu ist, besser ist. Sondern weil alles, was neu ist neu zu prüfen, zu bedenken ist. Das macht Arbeit und ist eine Herausforderung gerade im digitalen Zeitalter, in dem Neuigkeiten von heute, morgen Vergangenheit sind und alles immer rasend schneller zu funktionieren scheint. Doch Umkehrprozesse brauchen ihre Zeit, sie fallen nicht vom Himmel, sie werden manchmal himmlisch angestoßen, doch durchschritten werden müssen sie von jedem Einzelnen selbst. Doch es erwartet uns nichts weniger als das Leben, das Leben in Fülle. „Es ist Zeit neu zu beginnen ich will tanzen, ich will singen und das Leben lädt mich ein. Und mein Herz, es will sich weiten, freut sich auf die neuen Zeiten, und es stimmt in den Klang mit ein.“

Lasst uns neu beginnen, jeden Tag neu anfangen. Uns ist nicht weniger versprochen als die Fülle des Lebens, das Himmelreich Gottes!



Herzlichst

Ihre Monika Kreutz, Pfrn.

Zwischen Jerusalem und Amman

Unsere Pfarrerin Monika Kreutz auf einem Pastoralkolleg in Nahost

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