Sich auf das Sterben vorbereiten - Am Ende des Lebens

 

 

Die eigene Endlichkeit annehmen

 

Mensch-Sein heißt Grenzen erfahren - Grenzen eigener Gesundheit, Lebenskraft und Lebenszeit. Krankheit, Sterben und Tod gehören zum Leben. Das sind Erfahrungen, die keinem erspart bleiben. Es hängt darum viel für unser Leben und sein Gelingen davon ab, ob und wie wir die Erfahrung von Vergänglichkeit und Tod in unser Leben einbeziehen und bewältigen. Wir leben unser Leben bewußter und besser, wenn wir es so leben, wie es ist: befristet.

 

 

 

Auf Gottes Gegenwart vertrauen

 

Von den Menschen der Bibel können wir lernen, wie sie sich den schmerzlichen und leidvollen Erfahrungen in ihrem Leben stellen. Sie leben mit ihnen - nicht gegen sie. Ihr Lob und ihre Klage gelten darum Gott, dem Liebhaber des Lebens, dem Schöpfer über Leben und Tod. Sie rechnen mit seiner Gegenwart und Begleitung auch im Sterben und Tod. Bei Jesus von Nazareth sehen wir, wie er sich Kranken und Sterbenden zugewandt hat. Er hat selbst einen qualvollen Tod erlitten. Als Christen glauben wir, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, dass so, wie Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, auch wir einst auferstehen werden. Wie das aussehen wird, weiß niemand, wie es in dem Gedicht des Schweizer Theologen Kurt Marti heisst:

 

 

Kurt Marti : Auferstehung

 

ihr fragt, wie ist die auferstehung der toten?
ich weiss es nicht

ihr fragt, wann ist die auferstehung der toten?
ich weiss es nicht
ihr fragt, gibt’s eine auferstehung der toten?
ich weiss es nicht
ihr fragt, gibt’s keine auferstehung der toten?
ich weiss es nicht
ich weiss nur, wonach ihr nicht fragt:
die auferstehung derer die leben
ich weiss nur, wozu Er uns ruft:
zur auferstehung heute und jetzt.

 

 

 

Sich auf das Sterben vorbereiten

Sich auf das Sterben vorbereiten, kann heißen: rechtzeitig seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Martin Luther schreibt dazu: "Dieweil der Tod ein Abschied ist von dieser Welt und allen ihren Händeln, ist not, daß der Mensch sein zeitlich Gut ordentlich verschaffe, wie es damit werden soll oder er es gedenkt zu ordnen, daß nicht bleibe nach seinem Tod Ursach zu Zank."
Dazu gehört für Luther auch, Beziehungen zu klären, um Verzeihung zu bitten und selbst zu verzeihen: "Daß man auch geistlich Abschied nehme; das ist: Man vergebe freundlich und lauter um Gottes willen allen Menschen, die uns beleidigt haben, wiederum auch begehre man Vergebung um Gottes willen von allen Menschen, deren wir viel ohne Zweifel beleidigt haben, damit die Seele nicht behaftet bleibe mit irgend einem Handel auf Erden."
Die wesentliche Vorbereitung auf das Sterben liegt für Luther aber darin, Gewissheit zu schöpfen: Sterben ist eine neue Geburt. Wie eine Geburt ist es mit Angst und Leiden verbunden, aber es führt in ein neues Leben. Als Christen glauben wir, dass wir auch im Tod von Gottes Liebe umfangen sind, wie es der Apostel Paulus ausgedrückt hat.

 

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm.8,38f)

 

Schwere Krankheiten und körperlicher Verfall können das Leben nahezu unerträglich machen. Gott weicht der Verzweiflung und der Klage nicht aus. Die Psalmen der Bibel und die Gebete von Menschen, die ihren Schmerz Gott ins Gesicht geschrien haben, sind eine Ermutigung, selbst so zu beten.

 

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